Getröte am Morgen….Reise-Wecker in Indien
Sind die Asiaten im allgemeinen weniger lärmempfindlich als wir Europäer??
Wenn man den täglichen Wahnsinn einer asiatischen Metropole (wie z.B. Bangkok oder Bombay ) schon mal erlebt hat, antwortet man auf die Frage bestimmt mit ja…
An dröhnenden Motoren, schreienden Menschen, kreischenden Kindern, hämmernden Nachbarn und hupenden Autos scheint sich nicht wirklich jemand zu stören.
Jedoch habe ich eine Beobachtung gemacht, die etwas im Widerspruch zu der eingangs gestellten Frage steht…
…früh am Morgen scheinen selbst die stoischsten Inder anfällig für quälende und laute Geräusche zu sein.
Dies machen sich einige findige “Geschäftsmänner”, wie es den Anschein hat, zum Vorteil.
Sie ziehen mit den abartigsten Lärmbringern los und versuchen, so lange die Nerven zu beanspruchen, bis sich ihre Opfer willig ergeben, oftmals nur der Ruhe und des Friedens wegen….oder??
So wird man mit schöner Regelmässigkeit durch immer einen anderen “Handlungsreisenden” in seinem Schönheitsschlaf unterbrochen. Über mein Spiegelbild brauche ich mich da auch nicht mehr wundern ;o))
Den einen Morgen holt einen der Messer- und Scherenschleifer mit Sack und Pack und einer brüllend lauten Rassel aus dem Bett. Am nächsten Tag ist es der Brotverkäufer, einen Brotkorb auf dem Gepäckträger und einer den tiefsten Schlaf durchbohrenden Klingel am Lenkrad.
Dagegen ist der Zeitungsmann mit seiner Hupe, die sich anhört als würde man eine Ente quetschen, noch ein richtig harmloser Geselle.
Der nervtötendste aller Wandermusiker ist jedoch der “Trötenmann” mit seiner geschmückten, verkleideten, vielleicht heiligen Kuh. Wobei der aus oben genannter Liste heraus zu nehmen ist, denn er bringt Glück ins Haus…
…das ist dann doch eine andere Liga als seine Waren oder Dienstleistungen penetrant anzubiedern! ;o)
Zwei Schnappschüsse eines solchen Glücksbringers samt Kuh haben wir hier…
Eines haben diese Frühaufsteher jedoch gemeinsam…
…sie stellen sich an jeden Hauseingang, jede Einfahrt, jedes Geschäft und jedes Restaurant so lange, bis Sie entweder Geld bekommen, ein Geschäft getätigt haben oder unmissverständlich zum Gehen aufgefordert werden.
Tritt all das nicht ein, wird versucht, durch noch lauteres Klingeln, Hupen und Tröten eines der voran geschilderten Ereignisse eintreten zu lassen.
Ist die Mission an dem einen Eingang erst mal erfüllt, gehen sie 5 Meter weiter, um dort das gleiche Prozedere zu veranstalten. Als ob die Nachbarn die viertel Stunde Hupen vor dem Haus nebenan nicht mitbekommen hätten!
Nachdem in Indien oftmals ziemlich dicht aneinander gebaut wird, hört man den morgendlichen Störenfried mindestens eine halbe Stunde bis Stunde kommen und gehen…
…wer also nach Indien reist und seinen Wecker vergessen hat, der soll sich mal nicht allzu viele Sorgen machen!! ;o))
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Kleiner Tipp: Habe auf Indienreisen immer eine Reisemunddusche dabei. Ohne die wäre ich total aufgeschmissen
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… schee geschrieben - da krieg ich grad Lust mal wieder hinzufahren
Unser Wecker waren auch immer etwas exotisch, wobei sie nach 3-4 Wochen irgendwie nicht mehr funktioniert haben und man im zeitlosen India angekommen war:
Da war z.B. der Abwasch “hunderter” Blech-Schüsseln & Teller durch die Familie/Frauen (begleitet von heftigem Geschnatter & Gekicher ;-)) unseres Hausbesitzers direkt unterhalb vom Schlafzimmer-Fenster ab ca. 04:30 (weils da noch schön kühl war) oder aber in ner anderen Location die 2 verwandten Nachbarfamilien (ca. 12-15 Leute - das weiß man immer nicht so genau in diesen Ameisenhaufen- Ansiedlungen), die ab ca. 05:30 angefangen haben im Hof unter unserem Balkon Zähne zu putzen.
Klingt nicht wild, ist es aber …
Besonders die Männer haben bei der Morgentoilette ca. 30 Minuten lang Nebenhöhlen-Ablagerungen & sonstige vorhandene Schleimablagerungen der Atmungsorgane lautstark entsorgt …
Das dann gepaart mit kontrollierten Würgeanfällen, hervorgerufen durch irgendwelche Zungenreinigungsmassnahmen war auch eine lustige Art geweckt zu werden, bei der vollste Körperkontrolle gefragt war, um nicht mitzuwürgen …
Den Tröten-Baba habe ich aus Arambol übrigens auch noch gut in Erinnerung, wobei er in den abgelegeneren Ecken von Arambol-Nord glücklicherweise nur einmal die Woche oder so vorbeikam …
Das ganze Theater haste übrigens im Himalaya nicht - da konnten wir auch völlig ungestört bis zum Abwinken ausschlafen, wobei man das da meist gar nicht wollte und ich sogar freiwillig zum Frühaufsteher geworden bin …
Kommentar von Goatix — 26. Mai 2006 @ 11:24
[...] Nun wird es Zeit, meiner Weltherrscher-Pflichten nachzukommen. Der Hofnarr No.1 ist ernannt, der zweite Hofnarr No.2 in Arbeit, und nun endlich kann ich auch meine Besitztümer in vertrauensvolle hände geben, natürlich nur Kommisarisch. Öffentliche Erklärung und Ernennung eines neuen Stadthalters von Indien: Dem Schergen Mampfi wird hiermit das hochöffentliche und vertrauenswürdige Mandat des Stadthalters von Indien anvertraut. Er scheint der Richtige zu sein. Diese Stadthalterernennung kann jederzeit vom mir, ihrem Weltherrscher, widerrufen werden… [...]
Pingback von Die Welt ist Scheisse - Aber ohne Geruch » Blog Archiv » Stadthalter von Indien — 26. Mai 2006 @ 12:05
[...] Neue Kommentare Getröte am Morgen….Reise-Wecker in Indien05/26/2006 12:05 pm2 Comments [...]
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